Superweiche Kunststoffe - TPU ohne Weichmacher

Griffe von Elektrowerkzeugen oder von Mobiltelefonen und Laptops haben oft eines gemeinsam: den sympathischen "trockenen" Griff und eine gute Haptik. Das Geheimnis liegt in dem Material. Ein neuartiges weichmacherfreies thermoplastisches Polyurethan der BASF sorgt für ein angenehmes Griffempfinden.

Superweiche Kunststoffe - TPU ohne Weichmacher


Um verschiedene und zum Teil sehr gegensätzliche Kunststoffeigenschaften in einem Bauteil nutzen zu können, werden häufig Materialkombinationen aus zwei verschiedenen Härten verwendet. Als Weichkomponenten kommen in vielen Fällen thermoplastische Elastomere (TPE) zum Einsatz. Bei thermoplastischem Polyurethan unterhalb einer Härte von 75 Shore A mussten bei der Herstellung bisher Weichmacher eingesetzt werden. Weichmacher können aber durch Migration zu einem Anstieg der Härte des Endproduktes führen.

BASF ist es gelungen, neuartige weichmacherfreie, thermoplastische Polyurethane herzustellen, die eine dauerhaft geringe Härte ohne Zusatz von Weichmachern gewährleisten. Die Basis hierfür hat das gezielte Modellieren beim molekularen Aufbau der Produkte gelegt. Dadurch wurde es möglich, Wirtschaftlichkeit bei der Verarbeitung, gute mechanische Eigenschaften und Weichheit der Endprodukte zu vereinen.

Superweiche Kunststoffe - TPU ohne Weichmacher


Weichmacherfreie thermoplastische Polyurethane mit Härten unter 75 Shore A hatten bisher wegen ihres geringen Eigenschaftsniveaus und der problematischen Verarbeitung keine praktische Bedeutung. Durch die Neuentwicklung der BASF stehen jetzt drei weichmacherfreie Elastollan®-Typen im Härtebereich zwischen 50 und 70 Shore A zur Verfügung, die diese Schwächen nicht mehr aufweisen. Unter dem Namen Elastollan SPF werden superweiche Kunststoffe mit Shore-Härten ab 53 A angeboten, die unter Beibehalten der bekannten TPU-Merkmale ausgezeichnete Verarbeitungseigenschaften aufweisen. In Kombination mit Thermoplasten (Hart-Weich-Kombination) gelangt man zu Produkten mit angenehmem Griffgefühl. Die Haftung der neuentwickelten Typen zu verschiedenen Thermoplasten ist anhand vieler Kombinationen überprüft worden.

Entscheidend für die Auswahl eines thermoplastischen Elastomers (TPE) sind neben der Härte weitere Kriterien wie Zugfestigkeit, Abrieb- und Weiterreißfestigkeit sowie Medien- und Temperaturbeständigkeit. Mit der wachsenden Bedeutung von Hart-Weich-Verbindungen wird die Haftung zu Thermoplasten zu einem weiteren wichtigen Faktor. Die mechanischen Eigenschaften der neuentwickelten Elastollan®-Typen liegen durchweg auf dem generell hohen Niveau von thermoplastischem Polyurethan. Die Vorteile liegen in erster Linie in der angenehmen Haptik und dem "trockenen" Griff des Materials. Geringer als bei anderen TPE ist die Verschmutzungsneigung, ebenso kann das Material problemlos eingefärbt werden. Das superweiche Elastollan kann auf konventionellen Spritzgießmaschinen oder im Extrusionsverfahren verarbeitet werden.